Kräuterlexikon Kräuterlexikon

In unserem Kräuterlexikon, das ständig erweitert wird, finden Sie nützliche und interessante Informationen zu Anbau, Konservierung und Verwendung verschiedenster Kräuter... anzeigen

Kräuterlexikon

Insektenhotel Insektenhotel

Aufgrund der massiven Umwelt-
veränderungen wird bei vielen nützlichen Insekten, vor allem bei der Gruppe der Hautflügler seit einigen Jahren ein beängstigender Arten- und Bestandsrückgang... anzeigen

Insektenhotel

Die Geschichte des Kräuterwesens

Das Kräuterwissen ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Beobachtungen und Erfahrungen halfen bereits unseren Vorfahren heil- und würzkräftige Pflanzen zu nutzen. Die wohl bekannteste Heilpflanze ist der Knoblauch, welcher nachweislich seit über 5000 Jahren als Medizin verwendet wird. Seit etwa 2400 vor Chr. sind Rezepte mit Heilpflanzen bekannt.

Die eigentliche ärztliche Heilkunst ist im antiken Ägypten entstanden. Pflanzen und Kräuter wie Knoblauch, Koriander, Kümmel, Fenchel, Portulak, Dill, Senf, Hanf und Bilsenkraut wurden seither überliefert.

Die Grundlage für die mitteleuropäischen Kräutergärten legte um 400 vor Chr. Hippokrates, der „Vater der Heilkunde“.

BenediktinermönchDie Praxis des Kräutergartens stammt aber von den Benediktinermönchen, welche über die Alpen wanderten, um die Germanen und Franken zu bekehren. In ihrem Reisegepäck lagen neben der Bibel auch die Samen wichtigster Heil- und Würzpflanzen, die in den Ländern rings um das Mittelmeer heimisch waren. So gelangten u. a. Salbei, Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Weinraute, Malve, Eibisch, Anis und Liebstöckel in die Klostergärten des Mittelalters. Um den Kranken und Armen zu helfen, entstanden in den Klöstern Heil- und Würzgärten.

Altes KlostergebäudeDie wohl bekanntesten alten Klostergärten sind die des Klosters St. Gallen aus dem Jahre 820 mit einem „Herbularius“ (Kräuter- oder Wurzgarten), der über eine Einteilung von 16 Beeten verfügte und dem „Hortulus“ (Gemüse- oder Küchengarten) mit 24 Beeten des Klosters Reichenau aus dem Jahre 850. Anhand dieser Muster und mit ihrem Pflanzenbestand wurden die Klostergartenbeete in unserem Kräutergarten gestaltet.      

Schon Kaiser Karl der Große veranlasste, dass die Mönche sich mit der Heilkunde zu befassen und Arzneipflanzen anzubauen hatten.
Die wohl berühmteste Heilkundige des Mittelalters war die Heilige Hildegard von Bingen (1098-1179), Stifterin und Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Rupertsberg bei Bingen am Rhein.

KlostergartenAus den von Mauern geschützten Kloster- und Burggärten wanderten die Kräuter in Laufe der Jahrhunderte langsam in die Bauerngärten. Mit Entstehung der Buchdruckerkunst gelangte die Kunde von den Heilpflanzen unter das Volk.

Das überlieferte Wissen der Antike und des Mittelalters wurde von Kräutervätern gesammelt und in umfangreichen Büchern aufgeschrieben. So wurden die Erfahrungen mit Heilpflanzen bis ins 20. Jahrhundert weitergereicht.

MarienkäferchenMit Beginn der Industrie und Technik brach die lebendige Überlieferung über die Kräuterheilkunde ab. Viele Rezepte und das spezielle Kräuterwissen gerieten in Vergessenheit. Die Chemie eroberte mit rascher wirkenden Pillen und Spritzen die Medizin. Aus immer mehr  Küchen verschwanden die vielen Kräuter und Naturprodukte. Erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts besann man sich wieder auf die einfachere und gesündere Lebensweise.

^ NACH OBEN